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Ideen für einen schönen Abend – nach einem Scheißtag

Hallo und Namaste du Liebe*r,

minutenlang habe ich überlegt, ob der Begriff „Scheißtag“ für diesen Blog yogisch genug ist. Denn ich könnte ihn nun durchaus als „Tag der wertvollen, inneren Energiearbeit“, „Tag des Wachstums“, „Tag des Potenzials“, „Tag der Veränderung“ oder „Shantitag“ betiteln. Doch das passt nicht. Scheißtag trifft es einfach.

Ich finde auch als Yogini, kann ich mal Wörter in den Mund nehmen, die nicht wirklich fein, sondern vielmehr vulgär, sind – aber durchaus treffend und die Situation auf den Punkt bringen. Als ich dann auf Wikipedia nachgelesen habe, woher der Begriff stammt, dachte ich mir: „Prima, das passt ja indirekt sogar wirklich!“.

Kürzlich hatte ich einen „schwierigen“ Tag im aktuellen Teilzeitjob.

Ich fühlte mich wütend, entsetzt, fassungslos, missverstanden, enttäuscht – und gleichzeitig auf eine seltsame Weise bestätigt.

„Ich bin eine Insel der Ruhe und des Friedens“, lautet die Affirmation, welche mir eine meiner liebsten Kolleginnen empfohlen hat.

„Jede schwierige Situation, die Emotionen und Energie auslöst, hat großes Wachstumspotenzial, wenn du dich energetisch dafür öffnest.“

Christin Maria Niedballa, www.worthywoman.de

An beides versuchte ich mich über circa acht Stunden lang zu halten, doch es ist mir nicht wirklich gelungen. So habe ich meine Arbeit gemacht, mir meine Gefühle für abends aufgehoben und bin irgendwie durch den Tag gekommen.

Wäre ein Engel namens E. nicht gewesen, welche mir (wirklich zufällig) eine (bzw. zwei, denn auf meine Antwort hat sie dann nochmal geantwortet, dieses Herz auf zwei Beinen) E-Mails geschrieben hat, dann wäre ich vermutlich heulend und schreiend aus dem Büro gerannt.

Obwohl ich mir Cookies und Schokoriegel und und und eingepackt hatte (manchmal habe ich komische Eingebungen), habe ich es geschafft nicht emotional zu essen! Ich habe klar gespürt, dass mich das zwar kurzfristig ablenkt, mir jedoch dauerhaft nicht weiterhilft. Hier sind andere Probleme vorhanden, welche eine Nahrungsaufnahme nicht lösen hätte können!

Nach so einem Scheißtag habe ich mich bisher (spätestens) abends immer mit Essen beruhigt (meine Geschichte kannst du gerne hier nachlesen). Da ich das nicht mehr möchte, habe ich mir bereits auf dem Heimweg eine Vorgehensweise für das Einläuten des Feierabends überlegt.

Diese möchte ich hier und jetzt mit dir teilen. Wenn sie auch nur einem Menschen einmal hilft, dann habe ich schon etwas Gutes für die Welt getan und meine miesen Erfahrungen haben so wenigstens einen Sinn.

  • Finn abholen und mit ihm nach Hause gehen.
  • Die Sesamöl-Flasche im Wasserbad erwärmen.
  • Alles vom Arbeitstag aufräumen.
  • Kleidung komplett in die Wäsche geben.
  • Abendessen vorbereiten.
  • Einölen (AbhyangaMassage).
  • Während des Einziehens: Haare (über Kopf) waschen.
  • Dann unter die Dusche.
  • Einsalzen.
  • Mit Wasser das Salz und Öl abwaschen.
  • Kuschelig anziehen.
  • Ab auf die Yogamatte!
  • Nach den āsanas ist dann ganz besonders wichtig: śavāsana
  • Atmen.
  • Stille.
  • Abendessen.
  • Gegebenenfalls Austausch mit meinem Partner und/ oder Freundinnen.
  • Wohltuendes Buch/ Film/ Serie.

Meine Abendrituale habe ich anschließend, denn sie sind ja längst zur Gewohnheit geworden, wie immer durchgeführt.

Was ich hiermit feierlich verkünden kann ist, dass ich am besagten Abend nicht emotional gegessen habe!!! Ich applaudiere mir selbst 😉

Dennoch bin ich mit einem Gefühl der Leere ins Bett und habe sehr schlecht geschlafen. Leider waren alle Bemühungen des Vorabends nicht genug, denn am nächsten Morgen bin ich aufgewacht, wie nach einer durchgetanzten Partynacht. Ich fühlte mich, als hätte ich einen „emotionalen Kater“, wie meine Freundin B. dieses Gefühl so treffend formuliert.

Also ging es weiter. Ich habe meine Morgenrituale wie gehabt durchgeführt, als āsana-Praxis habe ich spontan 12 fordernde Sonnengrüße (sūryanamaskār) ausgewählt. Diese erfordern Konzentration, Energie, Kraft, Ruhe – und genau das habe ich gebraucht. Mit klopfendem Herzen und wieder zur Ruhe gekommenem Atem, habe ich mich in die Meditation gesetzt. Um mir noch mehr Kraft zu holen, habe ich als prāṇāyāma vorweg „sūryabhedana“ geübt, nachdem ich das „agnir me“ rezitiert/ gechantet habe. Das kannst du dir übrigens in der Folge 106 meines Podcasts „Friede Freude Süßkartoffel“ anhören.

In der Meditation war es dann soweit, die bereits beruhigte Geist, der nun eine Ausrichtung bekam, war plötzlich klar. (Frei nach dem Konzept der wundervollen Helga Simon-Wagenbach.)

Ich realisierte was am Vortag genau passiert ist, was gesagt wurde und vor allem was dahinter steht. Für mich gibt es halt schon langem „nicht nur Worte“ – für mich ist das Aussprechen von Gedanken eine Sache, die bestenfalls wohlüberlegt und vor allem vorab erfühlt sein sollte.

„Alles was wir tun hat eine Wirkung.“

Stephanie Schönberger

Das klappt im (meist viel zu schnellen) Alltag nicht wirklich. Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei, wie ich das nicht hinbekomme. Leider!!! Doch wenn ich ein geplantes Geschäftsgespräch führe, könnte ich mich entsprechend vorbereiten und persönliche Befindlichkeiten hinten ansetzen.

Doch vermutlich ist das von anderen schlichtweg zu viel erwartet? Immer diese Erwartungen…

Fakt ist, dass ich mich dann dazu entschlossen habe all dies aufzuschreiben. Denn eine Sache, die mir immer richtig, richtig, richtig gut hilft, ist das Tippen meiner Gedanken. Tatsächlich ging es mir dann (endlich!!!) zumindest ein bisserl besser. Spazieren stehen (mit Hund), spazieren gehen (mit einer Freundin) und die Natur bzw. frische Luft haben später ebenfalls geholfen.

Doch Wut, Entsetzen, Fassungslosigkeit, Missverständnis und Enttäuschung waren noch eine Woche lang da. Dem Himmel sei Dank, dass ich in der Zwischenzeit räumlichen und psychischen Abstand gewinnen konnte. Denn gerne möchte ich wieder Freude, Glück, Liebe und Frieden finden und es schaffen, dass ich mit mehr Leichtigkeit in den Teilzeitjob gehe. Ich arbeite dran!

Was ist mein wahres Zuhause?“, fragt Curse in seiner Podcast-Episode vom 15. April 2021. Ich glaube nicht an Zufälle, sondern bin davon überzeugt, dass ich genau diese Frage zu diesem Zeitpunkt hören sollte.

Denn das gilt auch für mich:

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Falls du Tipps und Tricks hast, wie du mit Scheißtagen umgehst, freue ich mich sehr auf deinen Kommentar!

Sonnengrüße durch den Endlich-ist-es-Frühlingshimmel und bleib bitte gesund und munter!

Deine Claudi

Von veganlebenyoga

Ich bin Mentorin für veganes Leben und Yogalehrerin BDY/EYU mit jeweils über zehn Jahren Übungs-Erfahrung. In Telefonaten oder Videocalls stehe ich dir bezüglich des Veganismus mit Rat, Tat und Herz zur Seite. Yoga-Privatstunden üben wir gemeinsam online. Schick mir gerne eine E-Mail, wenn du VEGAN oder YOGA mehr Platz in deinem LEBEN geben möchtest!

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