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Yoga

Meditation

Namaste du Liebe*r,

diesen Blogeintrag möchte ich nutzen, um meine bisherigen Erfahrungen mit dem großen Thema Meditation mit dir zu teilen und dich daran teilhaben zu lassen.

Gerade für Menschen, die ganz neu im Bereich Yoga sind, stellt sie oft den größten Berg dar. So war das auch bei mir. Es hat Jahre des Übens erfordert bis ich nur ansatzweise das Gefühl hatte, einigermaßen angekommen zu sein. Diverser Lehrer*innen sei Dank!

Das Spannende beim Thema Meditation ist jedoch, dass ich zwar mal auf dem Berg angekommen war – dann jedoch wieder im nächsten Tal gelandet bin. Will heißen: Nur weil es phasenweise richtig gut klappt, bedeutet das nicht, dass es so bleibt.

Das Yogastura 4.14 weiß:

pariṇāma-ekatvāt vastu-tattvam

Jedes Objekt und jede Begebenheit ist eine Erscheinung im Wandel.“

R. Sriram – Patañjali – Das Yogasutra – Theseus – 2006

Da bin ich also 2015 in die vierjährige Ausbildung gestartet und hatte bereits Meditation geübt. Immer mit Anleitung. Und plötzlich heißt es: „Und nun, gehe in die Stille!“ Ich hab gedacht ich spinn. Da sind also alle ruhig, sitzen da, atmen – und es passiert NICHTS??? Keine Anleitung??? Niemand der mir Bilder in den Kopf malt von Wolken, der Sonne oder einem Bergsee??? Ich soll einfach still sein???

Ja. Denn genau darum geht es. Eigentlich. 🙂

Potenzial kommt aus der Stille. Das Reden kommt aus dem Denken.“

Helga Simon-Wagenbach

Es hat einige Zeit gedauert, dann hatte ich mich dran gewöhnt. Dazu sei auch gesagt, dass es sich zu Beginn lediglich um ein paar Minuten handelte. Die mir jedoch wie eine Ewigkeit vorgekommen sind. Vielleicht erinnerst du dich an die Szene in der Meditationskammer aus „Eat pray love“? 😉

Dennoch haben wir auch viele geleitete Meditationen erleben dürfen – vor allem dann, wenn Lehrer anderer Traditionen in der Ausbildungsschule zu Gast waren. Beispielsweise Eberhard Ebi Bärr, Doris Karner-Klett, Jürgen Slisch, Helga Simon-Wagenbach oder Ursula Lyon.

Privat war ich ja auch immer wieder Yoga üben und dazulernen. Auf Messen, Festivals oder in anderen Schulen, in Gruppenstunden oder auf Seminaren. So habe ich beispielsweise Gurmukh im Kundalini Zentrum München kennengelernt und Pema Wangchen im 8sam im Allgäu.

Doch Meditation ist nicht nur wie Babyschäfchen streicheln! Im Gegenteil!!!

Es gab auch eine Zeit in welcher es mir gar nicht gut ging. Sobald ich die Augen schließen wollte, habe ich mich von der Dunkelheit überrollt gefühlt und sofort geweint, teilweise auch gezittert. Nach einem Seminarwochenende, an welchem wir intensiv prāṇāyāma geübt haben, hatte ich sogar eine Panikattake. 🙁

Auf Anraten meiner Ausbilderin Karin Kapros und meiner Lehrerin Stephanie Schönberger habe ich anschließend pausiert. Über ein halbes Jahr hinweg habe ich keine Meditation mehr geübt. Es ging einfach nicht. An sonnigen Tagen habe ich es frohen Mutes immer wieder probiert. Mal klappte es besser, mal wieder gar nicht.

Was ich dann (rückwirkend bin ich immer schlauer) falsch gemacht habe, ist auch mit der āsana-Praxis aufzuhören. Ich wurde so träge und faul (tamas nennt sich das im ayurvedischen Kontext), dass ich gar nimma auf die Beine bzw. Matte gekommen bin.

So habe ich erneut das Gespräch und den Austausch mit Karin gesucht und sie hat mir kurz und knackig den besten Tipp gegeben:

Drei Sonnengrüße gehen immer!

Karin Kapros

Karins Idee dahinter: Meditation funktioniert in unserer Tradition dann, wenn zuvor āsanas geübt und somit der Geist beruhigt wurde. Will heißen:

Wenn du gleich morgens noch im Bett meditierst, ist dein Geist noch still. Da war noch keine Ablenkung, da bist du voll bei dir.

Sobald du auch nur ins Bad gehst und Zähne putzt, fangen deine Affen im Hirn an zu tanzen.

Und jetzt halte dich fest: Mein iPhone bleibt generell mindestens eine Stunde lang nach dem Aufwachen noch aus! Und dennoch ist Party im Kopf. Wir sind schon seltsame Wesen. Es gilt also auch morgens erst einmal körperlich runter zu kommen und dann (bestenfalls über den Weg des prāṇāyāma) in die Meditation zu gehen.

Jahre später wurde dies im Schweigeseminar unterstrichen:

Meditation bedeutet, dem bereits beruhigtem Geist eine Ausrichtung zu geben.“

Helga Simon-Wagenbach

Der Weg in die Meditation führt also über die Bewegung und die Atmung in die Stille. Wie bereits erwähnt: In der Tradition nach Krishnamacharya, welche ich gelernt habe. Aus der Praxis mit meinen Yogi*nis und der eigenen Erfahrung heraus, kann ich dies bestätigen.

Dann kam noch der non-duale, shivanistische Tantrismus in mein Leben und ich habe angefangen mit Farben auf verschiedene Körperregionen zu meditieren. Nachdem ich Yoga geübt und geatmet hatte.

Nicht zu vergessen das Buch von Joe Dispenza – was alles bisher gelernte über den Haufen warf!

CrazyClaudi? Immer gerne! 😉

Hier für dich eine Zusammenfassung meiner Berg- und Talfahrt mit der Meditation:

Geführt geübt, Stille gelernt, depressive Phase gehabt, alles sein lassen, über die Bewegung und den Atem wieder eingestiegen – und seit dem viel ausprobiert und ganz anders dazu gelernt!

Das klingt jetzt ratzfatz, ist jedoch ein Prozess von elf Jahren!!!

Fakt ist, dass es aktuell Phasen gibt in denen ich gerne in Stille sitze, dann welche in denen ich mich auf diese Weise schlichtweg nicht runterkomme, also doch zu geführten Meditationen zurück greife, manchmal aber auch grinsend auf meinem Bolster verweile und dennoch ruhig bin, oder mir vorstelle, wie ich mit einem Einhorn unter einem Regenbogen durchgehe, begleitet von Schmetterlingen und Bienen.

Was für mich grad unvorstellbar ist: Keine Meditation mehr zu üben.

Ich profitiere tatsächlich davon, ob ich morgens praktiziert habe. Mehrmals habe ich versucht nicht zu üben. Das geht dann, wenn ich im Urlaub bin und keinen anstrengenden Tag vor mir habe. Das geht dann nicht gut, wenn es sich um Arbeitstage im Brückenjob, oder um Tage an denen ich als Yogalehrerin und vegane Mentorin unterwegs bin, handelt.

Für mich ist die Meditation mittlerweile so essenziell wie das Zähneputzen. Ich finde hier zu meiner s. g. Mitte und sehe die Zeit auf dem Meditationskissen als tägliche Verabredung mit mir selbst. Und hey: Wer will schon ein Date absagen???

Davon abgesehen:

Wer seine Mitte nicht verliert, wächst auch in stürmischen Zeiten.“

Williges Jäger

In diesem Sinne: üben, üben, üben…

Sonnengrüße durch den Winterhimmel – und bleibt bitte gesund und munter!
Deine Claudi

Von veganlebenyoga

Ich bin Mentorin für veganes Leben und Yogalehrerin BDY/EYU mit jeweils über zehn Jahren Übungs-Erfahrung. In Telefonaten oder Videocalls stehe ich dir bezüglich des Veganismus mit Rat, Tat und Herz zur Seite. Yoga-Privatstunden üben wir gemeinsam online. Schick mir gerne eine E-Mail, wenn du VEGAN oder YOGA mehr Platz in deinem LEBEN geben möchtest!

2 Antworten auf „Meditation“

Liebe Claudi,

Ich bin auf deine neue Website gestossen und finde sie super! Sie ist so liebevoll und sorgfältig gestaltet.
Ich freue mich bereits sehr auf deinen nächsten Newsletter und die nächste Podcast-Folge!
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und liebe Grüsse
Lia

Hallo liebe Lia.
Das freut mich aber soooo was von, dass du mir hier her gefolgt bist. Vielen Dank dafür und freilich auch für deine lieben Worte.
Friede Freude Süßkartoffel wird morgen wieder zum Leben erweckt und ja – einen Newsletter gibt es auch bald 🙂
Danke für deine Wünsch und für dich das Allerbeste.
Sonnengrüße von Herzen,
deine Claudi

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