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Die zehn Säulen des Lebens

Hallo und Namaste du Liebe*r,

das Foto zeigt meine Grundschule. Immer wenn ich vor ihr stehe, blicke ich mit Hochachtung zum Türmchen hoch. Meistens nehme ich mir einen kurzen Moment um, im Schnelldurchlauf oder in groben Stichpunkten, zu reflektieren, was seit meinem Besuch dort (in den 80er Jahren) alles passiert ist.

Meine Zeit dort gibt mir noch heute Halt, ich denke oft und voller Freude an die wirklich großartigen Momente dort zurück. Damals war alles noch so einfach, so unbeschwert und absolut leicht. Meine Grundschule war Teil meiner wohlbehüteten und liebevollen Kindheit, wie ich sie allen Kindern dieser Welt aus tiefstem Herzen wünsche. Der festen Überzeugung bin ich, dass Kinder, wenn sie wirklich Kind sein dürfen, sich im dauerhaften Zustand der Meditation befinden. Sie sind wie kleine Gurus, leben im Augenblick und genießen ihr Sein.

Als Erwachsene müssen wir uns das oftmals mühsam erarbeiten, Zeit für diese Momente aufbringen und aktiv dran bleiben, damit wir ein (möglichst) stressfreies Leben führen können. Ängste und Sorgen bestimmen zu oft den Alltag.

In meinem Vortrag, den ich 2019 auf der Veggieworld in München gehalten habe, sprach ich über die „Technik“ von „MEDS“ (Abkürzung für Medizin aus dem Englischen): Meditation, Diet, Exercise, Sleep. Kürzlich hab ich über meine tägliche Yogapraxis nachgedacht und schnell festgestellt: Das reicht gar nicht aus, als Säulen meines Lebens! Für mich gehört so viel mehr zu einem ausgeglichen Wohlbefinden dazu als nur diese vier Punkte.

Daher hab ich mir einen Zettel geschnappt und notiert was für mich wichtig ist, was mir Halt gibt und mich Stabilität und Kraft im Alltag bewahren lässt. Was sind die Säulen meines Hauses, meines Lebens?

Das Ergebnis war eine Liste von ganzen zehn Säulen, die ich gleich erkläre und mit dir teile. Es wäre mir eine Freude, wenn sie dich inspiriert und unterstützt. Los geht’s!

Atem:

In meiner vierjährigen Ausbildung zur Yogalehrerin habe ich prāṇāyāma so richtig kennen, lieben und schätzen gelernt. Es werden hier demnächst mindestens drei Blogeinträge folgen in denen ich den Hintergrund Atemübungen an sich erkläre, aber auch drei einfache herauspicke und dir dann sogar noch das gängigste prāṇāyāma vorstelle. Doch es muss nicht so aufwendig sein. Hier kannst du gleich eine ganz einfache Übung nachlesen, die du sofort ausprobieren kannst!

Bewegung:

Für mich steht hier bewusst nicht Sport – sondern Bewegung. Jahrelang hab ich mir ein schlechtes Gewissen machen lassen. „Du musst mehr Rad fahren!“, „Fang doch endlich mal mit Joggen an!“, „Wieso gehst du nicht mit mir auf nen Berg?“, „Probier doch mal Krafttraining!“, „Ich geh in Zumba, komm mit!“, „Wieso hast du mit Step-Aerobic aufgehört?“, „Komm doch mal wieder zum Asthanga!“, und so weiter und so fort. Heute gehe ich täglich spazieren. Mit aber auch oft ohne meinen Hund. Wenn nicht Corona wäre, würde ich einmal wöchentlich eine Stunde ohne Pause im Schwimmbad meine Bahnen ziehen. Letzten Sommer habe ich zwei Berge mit je 1.000 Höhenmeter gewuppt . Zudem war ich sehr oft zwischen 13 und 20 Kilometern wandern. Täglich übe ich āsanas in meinem zwar sehr kraftvollen, jedoch gleichzeitig sanften, Yogastil. Das sind die Arten von Bewegung die ich mag, die mir gut tun, die mein Herz tanzen lassen. Was sind deine?

Ernährung und Getränke:

Eine ganz wichtige Säule – aber bei weitem nicht die Einzige! Fest glaube ich daran, dass wir Geld, Zeit und Liebe in gutes Essen und wertvolle Lebensmittel, die wir liebevoll zubereiten, investieren sollten. Ich handle hier bewusst präventiv und beuge mit einer vollwertigen, abwechslungsreichen, veganen Ernährung vielen Krankheiten vor. Alkohol und Limonaden sind seit Jahren von meinem Ernährungsplan gestrichen. Es gibt Wasser, Tee, Kakao und Pflanzenmilch. Die nächsten beiden Blogeinträge widmen sich dem Thema Milch, das als kleiner Vorgeschmack an dieser Stelle 🙂

Kontakte:

Egal ob auf die Arbeit oder das private Umfeld bezogen. Soziale Kontakte sind eine der wichtigsten Säulen überhaupt. Ja, ich kann gut mit mir allein sein, das habe ich in fünf Jahren Singlesein gelernt. Doch ich war nie einsam, sondern immer vom Freundeskreis oder meiner Familie umgeben. Durch die Yoga-Ausbildung habe ich monatlich meine Yogafamiliy gesehen. Ob man neue Menschen, die man beispielsweise auf Seminaren kennenlernt ins eigene Leben lässt, oder es sich um eine eher oberflächliche Gassigeh-Bekanntschaft handelt. Egal ob es sich um die eine allerbeste Freundin handelt oder vielleicht Freundin des besten Kumpels vom eigenen Partner, mit der man einfach mal einen Tee trinken geht. Ich glaube gerade Covid zeigt uns, dass wir soziale Wesen sind und den Umgang mit anderen unbedingt brauchen.

Meditation:

Ähnlich wie bereits bezüglich der Atemübungen (prāṇāyāma) erklärt, ist die Meditation mein täglicher Begleiter. Manchmal daten wir uns auch zweimal am Tag 🙂 Viel spannender ist hier, wie viel schlechter/ anders es mir geht, wenn ich mal nicht meditiere! Einen Blogeintrag mit meinen Gedanken dazu findest du hier.

Rituale:

Weil mir das Thema sehr am Herzen liegt, werde ich dazu hier demnächst noch Blogeinträge schreiben. Denn glaube mir, das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen 🙂 Falls du jetzt neugierig geworden bist: Auf meinem Podcast „Friede Freude Süßkartoffel“ gibt es bereits zwei Folgen zu meinen Morgen- und Abendritualen. Viel Freude beim Anhören!

Schlaf:

Weißt du welche Schlafdauer deine natürliche ist? Hast du das mal ausprobiert? Vielleicht in einem Urlaub? Was tut dir wirklich gut? Bist du ein Nachtlicht und gehst lieber erst um 02 oder 03 nachts in Bett? Oder gehörst du zu den Menschen, die am liebsten schon um 21 Uhr in den hoffentlich-nicht-Federn liegen? Wann fühlst du dich am nächsten Morgen wirklich richtig gut erholt und fit für den anstehenden Tag? Welcher Rhythmus ist der deine? Schreib mir gerne deine Erfahrung in die Kommentare. Bei mir ist es so: 21:30 Uhr ins Bett gehen, lesen bis ich müde bin (irgendwas zwischen 22:00 Uhr und 22:30 Uhr), aufstehen irgendwann zwischen 07:00 und 08:00 Uhr. Dann hab ich zum einen das Gefühl was vom Tag zu haben, zum anderen bin ich wirklich gut ausgeruht. Wenn ich richtig informiert bin, ist der Schlaf, den man sich vor Mitternacht holt, der sehr viel wohltuendere und wertvollere. Womit ich noch gute Erfahrungen gemacht habe, ist drei bis vier Stunden vor dem ins Bett gehen nichts mehr zu essen. Außerdem achte ich auf einen ruhigen Abend. Dazu gibt’s mehr beim Thema Abendrituale.

Wissen und Werte:

Stimmt das, was du weißt, mit deinen Werten überein? Was war zuerst da? Dein Wissen, oder deine Werte? Spannend, gell? Bist du neugierig und wissbegierig? Lernst du gern dazu? Kannst du dein Wissen und deine Werte an deinem Arbeitsplatz einbringen? Wird beides dort geachtet und geschätzt? Um hier ganz ehrlich zu sein: Das ist der Grund, weswegen ich so gerne Yoga unterrichte und Mentorings für veganes Leben gebe. Ich kann mein Wissen und meine Werte bedingungslos teilen. Hier bin ich absolut im Sein. 1.000% Claudi. Mit tanzendem Herzen und flammender Leidenschaft dabei. Voller Liebe, Glück und Freude. Ich hoffe sehr, dass meine Mentees und Yogi*nis dies spüren, bin mir gleichzeitig aber ziemlich sicher, dass es genau so ist. Denn ich habe meinen Zweck und mein Ziel (dazu gleich mehr) gefunden, als Yogalehrerin und Mentorin für veganes Leben. In dem die Ernährung eine Rolle spielt – aber eben nicht die einzige oder relevanteste Rolle.

Wohnung:

Neben den sozialen Kontakten spielt auch das Umfeld der Wohnung (oder des Hauses) eine wichtige Rolle. Fühlst du dich in der Nachbarschaft wohl? Magst du dein Viertel, deine Stadt? Siehst du dich gerne um, wenn du aus dem Fenster schaust? Kannst du direkt von der Haustüre aus spazieren gehen? Ist es einfach mit dem Fahrrad, dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein? Freilich ist es auch wichtig, dass man sich bezüglich der Inneneinrichtung absolut wohlfühlt. Möbel, Bilder, Geschirr, Kuschelecken – all das spielt beim Thema „Wohnung“ eine große Rolle.

Zweck und Ziel:

Hier ist es ähnlich wie bei der Säule „Wissen und Werte.“ Bei mir war es ein jahrelanger Prozess, bis ich hier wirklich Klarheit hatte. Bis ich mir eingestanden habe, dass es mir in Sache „vegan“ eben nicht „nur“ um Ernährung geht. Dass ich viel lieber Privatstunden gebe, als Gruppen zu unterrichten. Und überhaupt erst einmal herauszufinden, dass vegan leben und Yoga mein Herzerl tanzen lässt. Der Weg bis hier her war zugegebenermaßen oft hart – sehr hart – sehr oft hart. Aber er hat sich gelohnt. Denn ich fühle mich selbstsicherer und stärker als je zuvor. Absolut in meiner Kraft und tief verbunden zu meinen Wurzeln. Kennst du den Zwecks warum du hier bist? Hast du ein Lebensziel? Oder vielleicht eins für diesen Monat, das Jahr?

Was ich dir aus tiefstem Herzen nahe und an dein Herzerl legen kann: Nimm dir Zeit und bastle dir für dich selbst so eine Liste!

Lass dich gern von meiner inspirieren, streiche das Eine raus, füge das Andere hinzu. Oder du fasst für dich gedanklich zusammen, was die Säulen deines Lebens sind. Sie zu kennen und zu achten hat bei mir zu einer riesengroßen Verbesserung meines Allgemeinzustands und Wohlbefindens geführt.

Deine Säulen kennst aber wirklich nur du selbst. Hierbei kann dir niemand von außen behilflich sein. Deine Antworten findest du innen.

Sonnengrüße durch den Winterhimmel – und bleibt bitte gesund und munter!

Deine Claudi

Von veganlebenyoga

Ich bin Mentorin für veganes Leben und Yogalehrerin BDY/EYU mit jeweils über zehn Jahren Übungs-Erfahrung. In Telefonaten oder Videocalls stehe ich dir bezüglich des Veganismus mit Rat, Tat und Herz zur Seite. Yoga-Privatstunden üben wir gemeinsam online. Schick mir gerne eine E-Mail, wenn du VEGAN oder YOGA mehr Platz in deinem LEBEN geben möchtest!

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